Spiele mit dem Kopf: Gedanken verknüpfen!

Das ist ein einfaches und unterhaltsames Spiel für die ganze Familie! Hier ist eins, dass ich vor kurzem gespielt habe:

Seit ein paar Wochen sind die Regale in den Geschäften gefüllt mit Osterleckereien und ab und zu nehme ich die eine oder andere Tüte mit zur Arbeit. Gestern war es wieder so weit und ich wollte meinen (ERWACHSENEN!) Studenten eine Freude machen. Sobald jemand eine Frage richtig beantwortet hatte, würde dies mit einem Griff in die Süssigkeitentüte belohnt werden ( Ja! Das klappt nicht nur bei Kindern! ).

Diesmal hatte ich zwei Tüten mit Schokoladenostereiern dabei – Durch den Transport waren leider ein paar von den Dingern kaputt gegangen, was allerdings kein Problem war, da die Eier keine Füllung hatten.

Nach einer 10minütigen Motivationsphase war es dann soweit: Ich stellte ein paar Fragen zum zuletzt durchgenommenen Themengebiet und natürlich belohnte ich ich jede richtige Antwort mit dem Angebot in die Tüte zu greifen. Nach der fünften Frage, bemerkte eine Teilnehmerin, dass in der Tüte ja auch zerbrochene Schokoladeneier waren. Während sie sich nun ein intaktes Schokoladenei nahm, fischte ich mir eins der zerbrochenen heraus.

(Jetzt wurde das Timing wichtig!)

„Ich nehme mir immer die zerbrochenen,“ sagte ich. „Das ist viel sicherer!“

Sie wickelte ihr Schokoladenei aus und sagte: „Was meinen Sie? Das ist die selbe Schokolade!“

„Stimmt… aber ich beiße niemals in die unzerbrochenen (kleine Pause, bis ihre Zähne das Schokoladenei zerbeissen), nur für den Fall dass eine Spinne drin ist.“

Zum Glück für meine frische Hemd/Schlips-Kombination hatte ich mich vorher so positioniert, dass ich nicht direkt vor ihr stand.. Ansonsten hätte mich die volle Ladung „zerbissenes Schokoladenei“ erwischt, welche sie unmittelbar ausspuckte.

Ihr hochroter Kopf sagte mir, dass sie neben den Schokoladenresten noch ein paar Schimpfworte auf der Zunge hatte – sie schluckte jedoch beides tapfer runter (gefolgt vom Gelächter der anderen).

Nach ein paar Minuten war sie wieder dran mit einer Antwort und wieder nahm sie ein Schokoladenei… Diesmal legte sie es allerdings auf den Tisch und zerdrückte es, bevor sie das Papier entfernte: Et voilá – Ich hatte es geschafft! Ich habe ihr eine Gedankenverknüpfung eingepflanzt – Die arme wird wohl in nächster Zeit keine Unzerbrochenen Schokoladeneier essen können.

Dabei ist sie nicht Dumm – Niemand legt einen Master-Abschluss hin und ist Dumm! Diese Art der Verknüpfung klappt jedoch bei fast jedem… Es klappt nur nicht bei jenen, die diesen Trick kennen (oder darauf vorbereitet sind).

Wie auch immer: Es ist einfach, solche Verknüpfungen in den Köpfen der Menschen zu erzeugen. Erst Recht, wenn es ein plausibles Szenario ist. Wenn man das Unbekannte mit dem Bekannten verknüpft…

Dieses einfache Spielchen wird mit uns in den letzten Jahren immer wieder gespielt. Das letzte Beispiel in einer langen Kette von Beispielen (keine Angst… ich gehe jetzt nicht ins Detail) ist der Flyer der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum Thema EZigarette. [1]

In diesem steht zum Beispiel, dass die EZigarette nicht zur Tabakentwöhnung geeignet ist da die körperliche Abhängigkeit aufrecht erhalten wird und dass lediglich die Form der Zufuhr des Suchtstoffs umgestellt wird.

Dabei vergisst der unaufmerksame Leser, dass die meisten Nutzer der EZigarette gar nicht vor dem Nikotin fliehen, wenn sie zur EZigarette greifen – Sondern vor dem giftigen Tabakrauch, welcher (und das ist sicher!) schädlich ist!
Es ist nämlich Wissenschaftlich erwiesen, dass gering dosiertes Nikotin auch bei Langfristigem Konsum keine nennenswerten Auswirkungen auf den Menschen hat. Das giftige im Tabakrauch ist der Rauch und nicht das Nikotin, wie auch der von der WHO ausgezeichnete Prof. Dr. Fagerström betont. [2]

Weiter wird in dem Flyer davon gesprochen, dass Nikotin ein Nervengift sei, der bei langfristigen Gebrauch zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen kann.

Das würde sogar stimmen, wenn… Ja wenn das Nikotin zusammen mit Tabakrauch inhaliert wird. Wie weiter oben schon erwähnt, ist die Wirkung von Nikotin „reversibel“ – Das bedeutet, dass bei einem gesunden Menschen nach kurzer Zeit das Nikotin vollständig im Körper abgebaut wird, ohne irgendwelche Schäden zu verursachen.

Hier hat der Flyer schon eimal eine Verknüpfung erzeugt: Der „normal aufgeklärte Bundesbürger“ weiss mittlerweile: Rauchen/Nikotin ist schädlich für die Gesundheit – Also muss Nikotin alleine auch schädlich sein. Das macht sich das BZgA im weiteren Verlauf des Flyers zu nutze, indem es erklärt, dass der Nikotingehalt so hoch ist, dass ein Verschlucken tödlich wäre.

Nun muss man dazu wissen, dass der Nikotingehalt in einem „12er Liquid“ bei 1,2 Prozent liegt und damit in einer 10ml Flasche auch ca. 120 mg Nikotin enthalten sind – Wenn man das austrinken würde, wäre das vermutlich sehr ungesund und könnte sogar dazu führen dass man stirbt.

Allerdings: Um es zu verschlucken, müsste man erstmal den beissenden Geschmack überwinden (Jeder der schon einmal einen Tropfen Liquid auf die Zunge bekommen hat, weiss wovon ich hier rede).

Und was ganz gerne vergessen wird: Diese „Tödlichkeit“ existiert auch bei einer normalen Tabakzigarette! Auf jeder Schachtel Zigaretten steht z.B.: „Der Rauch einer Zigarette enthält ca. 1 mg Nikotin“ – Ja: Der RAUCH!
In der Zigarette sind jedoch knapp 12mg Nikotin (in EINER einzigen Zigarre sogar bis zu 120mg Nikotin). Wenn man eine Schachtel mit 20 Tabakzigaretten in der Hand hält, hat man damit knapp 240mg Nikotin in den Händen.

Von einer etwaigen Gefahr von Haushaltsreinigern und Co. möchte ich hier gar nicht sprechen…

Und das waren nur die ersten beiden Absätze in dem Flyer: So geht es immer munter weiter mit dem Verknüpfen von Bekannten zum Unbekannten und dem setzen diverser „Verknüpfungen“.

Lassen Sie sich nicht ins Bockshorn jagen.. Einen Bären aufbinden… Eine Lüge auftischen… Eine Verknüpfung einpflanzen…

Sie wissen ja: Das klappt nur bei denen, die den Trick nicht kennen!

 

In diesem Sinne

Rursus

 

(P.S: Machen Sie sich nicht all zu viele Gedanken über Spinnen in Schokoladeneiern, oder Wespen, oder Kakerlaken. Die Gefahr ein solches Ei zu erwischen ist wirklich sehr gering! Ich habe nicht so viele bekommen, bevor sie mich aus der Fabrik warfen…)

Many thanks to Kevin for the idea with the chocolatespiders!

[1] http://www.bzga.de/infomaterialien/foerderung-des-nichtrauchens/erwachsene/e-zigaretten/
[2] http://blog.rursus.de/2013/03/top-gesundheitsexperten-sagen-der-regierung-ezigaretten-retten-leben/

Comments

  1. Jaaaa…Gedanken verknüpfen:
    Was „verknüpfen“ wir zuerst mit Nikotin ohne Tabak?
    Rauchentwöhnung a la Nicorettö! „Linderung von Entzugssymptomen“!

    Wir kennens fast alle nicht anders (NETs gibts ja bereits seit 1981 in Deutschland..wir sind damit „aufgewachsen“).
    Die allerersten Dampfer in D sahen also auch die E-Zigaette als neuartiges „Rauchentwöhnungsgerät“…und dachten, eine langsame Reduzierung auf Null mit der E-Zigarette würde funktionieren.
    Nun nach 5 Jahren weiss man: Äh…..nee, das klappt irgendwie genauso wenig wie mit NETs…die ersten Dampfer nuckeln immer noch Nikotin.

    Was aber bei fast allen hervorragend funktioniert….ist der dauerhafte TAUSENDFACH weniger schädliche Nikotinkonsum ohne Rauch!
    Nun machen wir seit 5 Jahren die Erfahrung:
    Das „weniger schädlich“ interessiert die Gegner nicht die Bohne!
    Sie wollen das „saubere Nikotin“ einfach nicht rausrücken!

    „Verknüpfen“ wir deswegen mal anders:
    ***Die E-Zigarette ist die unschädlichste Zigarette der Welt!***
    Jetzt neu – ganz ohne Tabak!
    Während die Tabakgegner überall um ein paar Zusatzstoffe in Tabak feilschen…lassen WIR gleich den Tabak ganz weg und holen uns nur das, was ein Raucher wirklich will:
    Die legale Droge Nikotin, das „Rauchgefühl“ nebst Ritual und Geschmack!

    Wenn wir DAS offen so verlangen und die „Rauchfrei-Sachen“ in den Hintergrund rücken…tun sich neue Wege auf:
    Ab da kann man alle gesundheitlichen Vorteile aufzählen, ohne im „Arzneimittelregal“ zu landen, denn wir entziehen denen so die Grundlage für die Einstufung der E-Zigarette als Arzneimittel:
    Unseren WILLEN, etwas aufhören zu wollen!

    (…den brauchen nämlich die Gegner…ohne „Rauchentwöhnungswille“ kein Rauchentwöhnungsprodukt….und dass kein Rauch mehr dabei is bei unserem jetzigen Nikotinkonsum, wissen die….aber geht sie nix an „g“)

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